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HAMBURG Umfrage - Hamburg ist die deutsche Traumstadt
VON JULE BLEYER
Allensbach-Studie: Jeder dritte Stadtbewohner würde gerne hier leben. Hansestadt beliebter als Berlin, München und Köln.
HAMBURG. Hamburg ist die beliebteste Großstadt Deutschlands. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor. Auf die Frage, in welcher Metropole Großstädter am liebsten leben würden, landete Hamburg auf Platz eins. Für fast jeden dritten Deutschen (30 Prozent), der selbst in einer anderen Stadt lebt, ist Hamburg die Traumstadt. Erst an zweiter Stelle steht die Hauptstadt Berlin mit 28 Prozent. Platz drei belegt München (27 Prozent), gefolgt von Köln (16 Prozent).
Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) reagierte erfreut auf die Umfrage: "Ich empfinde das Ergebnis als kräftigen Rückenwind für das Leitbild einer ,Wachsenden Stadt'." In der Tat scheint Hamburg genau das zu bieten, was Großstädter erwarten. Von den 883 von Allensbach befragten Deutschen zwischen 14 und 59 Jahren aus den 20 größten deutschen Städten wünschen sich 69 Prozent viele unterschiedliche Museen (in Hamburg gibt es 40) sowie eine große Auswahl an Kinos (29 in der Hansestadt). Weitere Kriterien einer perfekten Großstadt sind Universitäten und Hochschulen, Konzerte mit berühmten Musikern, eine sehenswerte Altstadt und eine junge, lebendige Kunstszene. "Betrachtet man das Ergebnis, ist die logische Konsequenz, daß Hamburg diese Kriterien am besten erfüllt", sagt Edgar Piel (58), Sozialforscher am Allensbacher Institut.
Der Geschäftsführer der Tourismus GmbH, Dietrich von Albedyll, kommentierte das Ergebnis so: "Wir haben ein hochwertiges Image, das immer stärker überregional wahrgenommen wird." Zudem sei die Stimmungslage auch unter den Hamburgern besser denn je.
Dennoch: In den Top 15 der internationalen Hitliste der beliebtesten Metropolen taucht Hamburg noch nicht auf. Dort liegt New York auf Platz eins, gefolgt von Paris, Rom und Sydney.
Vielleicht ein Museumsbesuch?
Hamburg hat viele besuchenswerte Museen, insbesonders das Museum der Arbeit.In den ehemaligen Fabrikhallen der New York-Hamburger Gummi-Waaren Compagnie vermittelt sich eindrucks- voll nicht nur der Wandel der Arbeitswelt im Industriezeitalter. Anhand von Maschinen, ganzen Werkstätten, Wohnungseinrichtungen, persönlichen Unterlagen, Kleidungsstücken, Fotos und Interviews erzählt die Aus- stellung auf rund 2.500 Quadratmetern die Geschichte der Arbeit so authentisch wie humorvoll. Innerhalb der regionalen Beschränkung auf Hamburg liegt dabei der Schwerpunkt auf dem 20. Jahrhundert. So gibt die teilrekonstruierte Metallwarenfabrik von Carl Wild einen Eindruck von den Arbeitsstätten in Hamburger Hinterhöfen um 1900. Vom Entwurf der Anstecknadeln, Orden und Medaillen bis zur Herstellung spielte sich der gesamte Prozess auf engstem Raum ab. Und das mit nahezu unveränderter Technik bis 1989. Was Maschinen Arbeitern früher abverlangten, lässt sich vielleicht beim Anblick der „Dicken Berta“ ermessen. Der Heneurokelmann, in dem Arbeiter ihr Essen mit in die Fabrik nahmen, spricht auch von der Unterordnung des Familienlebens mit gemeinsamen Mahlzeiten unter eine florierende Produktion.
Mit der Abteilung „Arbeit im Kontor – Handel mit Übersee“ greift das Museum einen für Hamburg grundlegenden Aspekt der Arbeitswelt auf.
Das Herzstück des Hauses bilden die grafischen Werkstätten im ersten Stock. Setz- und Druckmaschinen unterschiedlicher Art werfen ein Schlaglicht auf einen einst angesehenen Berufsstand. Hier kann man Fachleuten über die Schulter schauen, die im Bleisatz Bücher und andere Druckwerke entstehen lassen. Außerdem bietet das Museum Kurse in verschiedenen Drucktechniken an.
Das Fabrikgebäude, in dem sich heute das Museum befindet, wurde 1908 gebaut. Mit der Alten Fabrik, dem Kesselhaus, der Zinnschmelze und dem Torhaus stellt das Ensemble ein beeindruckendes Industriedenkmal dar.
Hamburg
Ein mächtiges Zeugnis gegenwärtiger Industriearbeit liefert auf dem Hof des Museums ein Gerät namens „Trude“. „Tief runter unter die Elbe“, hieß es für den Tunnelbohrer, um der vierten Elbtunnelröhre den Weg zu bahnen. Das Werk ist vollbracht. Und der 380 Tonnen schwere Koloss mit einem Durchmesser von 14 Metern ruht nun nahe dem museumseigenen Anleger für Ausflugsboote am Osterbekkanal. Denn das Museum der Arbeit kann man auch auf dem Wasserweg erreichen. Was für die Speicherstadt seit jeher gilt. Hier befindet sich die Keimzelle des Museums der Arbeit, das Speicherstadtmuseum. Schon neun Jahre vor der Eröffnung des Hauses in Barmbek, im Jahr 1988, organisierte der Verein „Museum der Arbeit“ auf zwei Lagerböden am St. Annenufer die Ausstellung „Speicherstadt – Baudenkmal und Arbeitsort seit 100 Jahren“. Dank des großen Erfolges wurde aus der temporär angelegten Schau eine Dauereinrichtung und 1995 schließlich das Speicherstadtmuseum. Der Schwerpunkt der Präsentation liegt auf dem Tee- und Kaffeehandel. Recht anschaulich wird die Arbeit in den Speichern anhand von Röstmaschinen, Verlesetischen und historischen Fotografien dargestellt. Kaffee trinken kann man hier natürlich auch. Nach Art des Hauses inmitten von Sackstapeln und Teekisten.
Oder wie wär’s mit einer frischen Brise richtiger Hafenluft? Abseits der Touristenmeile entlang Speicherstadt und Landungsbrückenhat im Frühjahr 2005 als weitere Außenstelle des Museums der Arbeit auf der anderen Elbseite das Hafenmuseum eröffnet. Alte Hafenkräne recken hier ihre Hälse in die Luft, Schuten schaukeln auf dem Wasser, monumental erhebt sich der Schwimm-Dampfkran „Saatsee“ aus dem Jahr 1917. Alle Maschinen funktionieren noch und ehrenamtliche Führer, größtenteils ehemalige Hafenarbeiter, wissen viel über das Löschen, Lagern und Transportieren der Waren zu erzählen. Nirgendwo sonst lässt sich die Geschichte des zweitgrößten Hafens von Europa eindrücklicher nachvollziehen, als im Museum der Arbeit am Wiesendamm 3 in Hamburg.
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