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Aug 3rd 2009, 18:32
Hilary Rosen ist in London geboren und aufgewachsen. Das Leben in der Stadt, die Menschen und ihre Gesichter faszinieren die Künstlerin... Das Gewimmel auf den Straβen, Caféhausbesucher, Nachtbars beobachtet sie mit scharfem, manchmal sarkastischem Blick...Beeinflusst von der Tradition des deutschen und amerikanischen Expressionismus bewundert sie Käthe Kollwitz, Max Beckmann, Georg Grosz und Ben Shan... Manche ihrer Bilder zeigen Feste und befassen sich mit Familienszenen, Hochzeiten und Freundschaft. Andere berühren dunklere Empfindungen... Kein jüdischer Künstler kann umhin, in seiner Arbeit eine Reaktion auf den Terror des zwanzigsten Jahrhunderts auszudrücken. Als Malerin schaut Hilary Rosen in zwei Richtungen, nach innen in das häusliche Leben, das durch ihre familiäre Herkunft geprägt ist... und nach auβen in eine rauere Welt... die manchmal einem Albtraum ähnelt. Ihre Arbeit ist stark beeinflusst durch ihre Familiengeschichte, die zugleich die Geschichte der jüdischen Flucht vor der Bedrohung im späten 19.Jahrhundert in die Zuflucht des Londoner East-End ist... Hilarys Groβvater war ein koscherer Metzger in der Cable Street, einer Durchfahrtsstraβe, die von den Docks hochführte und in den vergangenen Jahren einen furchterregenden Ruf hatte...nämlich als ein Hexenkessel von Anarchisten und grölenden Matrosen...
Sie malt Straβenszenen, in denen jede Person so scharf gezeichnet ist wie ein Charakter eines psychologischen Romans, und Innenräume, in den jedes Regal, jedes Möbelstück und jede Verzierung die Eigenheiten ihrer Bewohner offenbaren... Eigene Erfahrungen von Fortziehen und Abreise, Nachrichten von Krieg und Flüchtlingstrecks veranlassen sie zu einer Serie von Bildern, die Abschied und Verlust thematisieren. Bilder, die noch melancholischer werden, als die Mitteilung vom Tod eines nahen Freundes kommt, eines britischen Journalisten, der im Irakkrieg starb.
Genauso stark wie diese Erlebnisse äussert sich in ihrer Arbeit ein sehr intensiver und sehr unenglischer Sinn für das Dekorative. Ihre Liebe zu starken Farben, zu Gold und Silber läβt eher an eine fast „ atativistische“ Verbindung mit osteuropäischen Volkstraditionen denken als an die stillen Farben englischer Malerei...Zugleich arbeitet sie intensiv an ihren Linolschnitten...Die strenge, schwarz-weiβe Einfachheit dieser Blätter erlaubt ihr, das Dekorative voll auszuspielen und gleichzeitig eine starke Ausdruckskraft zu erzielen.
Robert Macdonald
Unter den neuen Arbeiten, die in dieser Ausstellung gezeigt werden, sind die Besucher vermutlich am stärksten von den lebendigen, dichten Darstellungen des städtischen Lebens beindruckt: Musiker, Passanten, Cáfes, bevölkerte Straβenecken und Nachtbars. Sie beruhen auf kleinen Skizzen, die Hilary Rosen vor Ort anfertigt...
Die zweite groβe Werkgruppe besteht aus Hilary Rosens stark farbigen, leuchtenden Stileben: Kompositionen mit Melonen und Granatäpfeln, Weintrauben und Zitronen, verschwenderisch dekorierten Vasen mit Blumensträuβen und Fischen erzeugen einen Eindruck von Exotik und Heiterkeit...
Die wichtigsten Bilder sind aber ihre oft satirische Wiedergabe von jüdischen Familienfesten, ihre Aktdarstellungen und nicht zuletzt ihre groβen Kohle- und Kreidezeichnungen, zu denen sie sich von aktuellen Ereignissen inspirieren lässt, von Flucht und Exil, von Leid und Zerstörung.
Monica Bohm-Duchen
London
Anmerkung: " We are very happy to welcome Hilary Rosen back to Hamburg. This solo exhibition will be her fourth sales show at Galerie Rose, located right next to our gallery.The vernisage will take place on October 6, 2009 at 7.00 PM .The evening's laudatio will be given by Mr. Augustin Nofke, himself a noted artist and educator. The Artist herself will also be present. "
Wolf Keller
Facilitator
07.October 2009 - 07.November 2009
info@hilaryrosen.co.uk
www.galerierose.de


