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Schmuddelwetter-Realismus

Mar 19th 2009, 15:01 - Permalink

Ob sommerliche Hitze oder Kälte im Winter - André Krigar ( 56 ) macht das nichts aus. Der Kunstmaler aus Berlin arbeitet bei fast jedem Wetter im Freien. Und das besonders gerne in Hamburg und Umgebung, wo er schon des Öfteren mit den norddeutschen Realisten um Nikolaus Störtenbecker unterwegs war.

Diesmal war er jedoch allein in der Stadt. Hat seine Staffelei an den Straßenrand gestellt und meist großformatige Leinwände mit hansestädtischen Impressionen gefüllt: viele Motive aus der City, aber auch aus Altona, Ottensen, Övelgonne und dem Hafen.

Als er kürzlich auf dem Rathausmarkt stand und den Blick in die Mönkebergstraße in Öl festhielt, pfiff ihm ein eisiger Wind um die Ohren. Passanten blieben trotzdem stehen und verglichen interessiert, ob das Bild denn tatsächlich der Wirklichkeit entsprach. Sie gingen nah ran, dann weiter weg, kniffen die Augen zusammen und stellten anerkennend fest: Stimmt, man sieht sogar, wie die Leute auf dem Bild fröstelnd ihre Manteltaschen vergraben.

Etwa 50 Hamburg-Bilder wird André Krigar vom 19. März bis 18. April in der Galerie Rose am Großen Burstah 36 ausstellen. Die Ausstellung läuft übrigens unter der Überschrift " Hamburger Ebb' und Flut ". Benannt nach der gleichnamigen Wassermusik, die Georg Philipp Telemann 1723 für die Hamburger Admiralität komponierte.

( scho ), Hamburger Abendblatt
17.03.09